Reiseblog Reisterrassen Banaue / Batad auf den Philippinen 

(März 2020)

Banaue N 16.9269, E 121.0528
Wir hatten es für dieses Jahr geplant. Und haben wir es geschafft, zu den Reisterrassen von Batad und Banaue zu fahren. Im Internet hatten wir uns gründlichst eingelesen. Nach unseren ersten drei Wochen der Akklimatisierung auf den Philippinen buchten wir dann den Bus und die Übernachtung in Banaue. Wir starteten per Bus von Olongapo nach Manila. Dort stieß dann Eugene zu uns und wir stiegen wir in den Nachtbus nach Banaue um. Für die Fahrt ab Manila brauchten wir für die knapp 400km quälende 9 Stunden. Der Bus war voll ausgebucht und wir hatten die hinterste Sitzbank erwischt. Der Fahrstil des Busfahrers war mehr als abenteuerlich. Ein riskantes Überholmanöver folgte dem nächsten. Gerade an Steigungen bildeten sich hinter schleichenden und voll beladenen LKW lange Schlangen. Es gab nur drei kurze Toilettenstopps. Ansonsten musste die Bordtoilette reichen. An Schlaf während der Fahrt war nicht zu denken. 
Am frühen Morgen kamen wir in Banaue an. Dort mussten wir dann auf den Zubringerdienst zu unserem Hotel warten. Mit dem Tricycle ging es dann aus Banaue heraus und immer den Berg hoch. Das Hotel lag ganz oben einsam auf dem Berg und war eigentlich kein richtiges Hotel, wie wir schnell merkten. Das Hauptgebäude lag ca. 40m unter den den einzelnen Hütten die auf dem Berg verstreut lagen. Im Hauptgebäude wohnte auch die Familie, welche die Anlage betreibt. Nach der Erledigung der üblichen Anmeldeprozedur konnten wir dann zum Glück schon vormittags unser Quartier beziehen. 

Bei unserer Ankunft lernten wir auch unseren Guide Benjie kennen, den wir gleich für den nächsten Tag für die Tour nach Batad buchten. Er führte uns auch zu unserer oben liegenden Hütte. Die Anlage bestand aus mehreren nativen Hütten, auf mehreren Ebenen gelegen. Die Hütten standen auf Stelzen und hatten ein Strohdach. Man musste sie über eine Leiter erklimmen. Die Inneneinrichtung war simpel und spartanisch. Ein kleiner leerer Vorraum für die Reisetaschen und anderen Dinge. Dann ein offener Durchtritt in den Schlafbereich. Der war mit einer großen Matratze komplett auf dem Boden ausgelegt. Die Schlafplätze reichten für 4 Leute. Also ausreichend Platz für uns drei. Es gab elektrisches Licht innen und außen und sogar WLAN!! Unter dem Hüttendach, gab es einen Essplatz. Toilette und Dusche waren für jede Hütte in einem Nebengebäude untergebracht. Alles sauber und ok!
Es war einfach einmalig hier oben und es herrschte eine wunderbare Stille. Mal etwas anderes und wirklich ursprüngliches. Back to the rootes!

In der ersten Nacht gab es einen richtig heftigen Regen. In den Bergen, auf immerhin ca. 1.200m ist das Klima eben anders als am Meer. Auch in den Tropen ist das so. Aber wir fühlten uns in der Hütte sehr sicher und alles blieb trocken. Am darauffolgenden Morgen bin ich dann bereits vor dem Sonnenaufgang aufgestanden. Der Regen hatte sich verzogen und die Wolken stiegen langsam auf. Die Luft war frisch, aber nicht kalt. Wir hatten von unserer Hütte aus eine fantastische Aussicht. Der schönste Blick war auf die unter uns liegenden Reisfelder von Banaue. Sie wurden vor vielen hundert Jahren angelegt und passen sich wunderbar dem umschließenden Regenwald an. Der Reis befand sich im anfänglichen Wachstumsstadium und teilweise sah man die noch frisch bepflanzten Wasserflächen. Die Aussicht auf die Landschaft war atemberaubend und änderte sich mit dem fortschreitenden Morgen und den aufsteigenden Wolken minütlich. Man konnte sich nicht satt sehen und natürlich habe ich alles fotografisch festgehalten.


Am Horizont kann man noch den abziehenden Regen der ersten Nacht sehen. Während hinter den Bergen langsam die Sonne aufging, stiegen die letzten Wolken von Banaue aus dem Tal auf. 
Wir mussten uns dann etwas sputen, denn Benjie wollte uns um 9Uhr zur Tour nach Batad abholen. Somit fiel unser Frühstück aus Zeitgründen erst mal aus.

Unser Guide Benjie holte uns pünktlich mit Van und Fahrer morgens von der Rezeption ab. Bevor es dann nach Batad ging, fuhren wir noch einen Viewpoint an. Von hier aus hatte man einen schönen Blick ins Tal. Natürlich waren wir nicht alleine, denn das Ganze war touristisch gut erschlossen. Touris aus allen Ländern tummelten sich auf der Aussichtsplattform, so dass es schwierig war, eine gute Position zum Fotografieren zu ergattern. 
Wie man auf dem Foto erkennt, werden viele Reisflächen nicht mehr bewirtschaftet. Sie sind zum großen Teil der Natur überlassen und werden jetzt von Büschen überwuchert. Nur die gut zugänglichen Flächen werden teilweise noch bewirtschaftet. Zum Glück sollte das in Batad zum größten Teil besser werden.

Am Viewpoint gab es natürlich jede Menge Andenken zu kaufen, welche den Touristen verzücken. Oder man lässt sich mit jemanden in der  Tracht der Ifugaorer ablichten. Die Dame auf dem Bild ist 90 Jahre alt, wie sie stolz verkündete. Wir sind keine sonderlichen Fans von Tourifotos, aber hier muss man bedenken, dass sie sich mit dem Trinkgeld ihre karge Rente aufbessert. Also haben wir etwas für unser Karma getan.


Dann ging es weiter in Richtung Batad. Allerdings war die Straße nicht durchgängig und endete abrupt vor Batad. Ab hier ging es nur zu Fuß weiter. Anfangs war der Weg noch gut ausgebaut und nicht zu steil. An einer Art Mautstelle mussten wir uns in ein Buch eintragen und eine Gebühr bezahlen. Das macht Sinn, denn so kann der Weg nach Batad gepflegt werden. Wir erreichten relativ zügig den oberen, auf dem Berg liegenden Teil, von Batad. Hier nahmen wir erst einmal unser Frühstück zu uns. Von der Veranda aus hatte man einen tollen Ausblick auf die Reisterrassen mit dem im Tal liegenden Ortsteil von Batad. Das Gebäude ganz links ist übrigens die Grundschule des Ortes. Die Reisterrassen gehören zum Weltkulturerbe und der Höhenunterschied vom Tal bis ganz ist sehr eindrucksvoll. Wenn man sich das Foto ansieht erkennt man, dass nicht mehr alle Terrassen bewirtschaftet werden. Die Reisbauern haben ein großes Nachwuchsproblem. Viele junge Leute wandern ab oder verdienen ihren Lebensunterhalt  z.B. lieber als Guides. Die Philippinische Regierung versucht dem mit einem Strukturprogramm entgegen zu wirken. Trotzdem ist der Tourismus scheinbar die größte Einnahmequelle. Der Reisanbau, gerade in Bergen ist sehr mühsam und hart. Der Einsatz von Maschinen ist nicht möglich. Vom setzen der Reis-Setzlinge bis zur Ernte ist alles Handarbeit. Dazu kommt, dass in den Bergen klimatisch bedingt pro Jahr nur eine Ernte möglich ist. In der Ebene sind zwei Ernten pro Jahr möglich.
Es waren außer uns noch viele andere Touristen unterwegs. Jede Gruppe mit einem Guide. Ohne zugelassenen Guide gab es keine Erlaubnis, die Gegend zu erkunden. Aber in dieser weitläufigen Landschaft haben sich zum Glück alle gut verteilt.

Der Abstieg zu den unten liegenden Reisterrassen gestaltete sich dann zunehmend schwieriger. Zum einen wurde es langsam wärmer, zum anderen war es nicht einfach, auf den wohl nur 30cm schmalen Wegen zu balanzieren. Aber letztendlich wurden wir mit einer sagenhaften Landschaft belohnt! Auf unserem Weg kam uns eine Reisbäuerin entgegen. Das Ausweichmanöver auf den schmalen Wegen haben wir dann auch noch geschafft. 
Das Bewässerungssystem der Reisterrassen funktioniert von oben nach unten. Und das schon jahrhunderte lang. Ganz oben auf dem Berg ist der Zulauf zur ersten Ebene. Jede Ebene hat einen Wasserüberlauf zu der darunter liegenden Ebene. So geht das bis ins Tal hinunter. Das Wasser wird nur im Pflanzstadium der Reissetzlinge benötigt. Die vorgezogenen Setzlinge werden per Hand und Pflanze für Pflanze in die vorbereitete Terassenebene gepflanzt. Das geschieht im Februar. Wenn der Reis kräftiger wird, verschwindet das Wasser allmählich. Im Mai / Juni sind die Reisflächen dann höher und sattgrün. Die Ernte ist ca. im Juli/August und die Flächen leuchten sattgelb. Wir waren Mitte März dort und es war genau die richtige Zeit. Der Arbeitsaufwand für den Reisanbau ist beginnend vom setzen bis zur Ernte sehr groß, weil in den Bergen alles ohne maschinelle Hilfe erfolgt.

Oben kann man den Ortsteil von Batad erkennen, von dem wir abgestiegen sind. Und natürlich nachher wieder hoch mussten. Das hat uns dann in der Nachmittagshitze doch einiges an Schweiß gekostet.  Auf dieser Höhe haben Maria und ich dann auf der Hintour gestoppt. Die Übergänge von Terrassenebene zu Terrassenebene wurde schwieriger. Und auch das Balancieren auf den schmalen Stegen, wurde auch nicht einfacher. So stoppten wir dann an einem kleinen Kiosk und genossen die Umgebung. Eugene und Benjie stiegen noch weiter ab. Ihr Ziel war der Wasserfall in einer Schlucht hinter Batad. Ich hatte im Internet schon gelesen, wie schwierig diese Passage zu laufen ist. Daher war für uns die Entscheidung, hier zu stoppen, richtig.
Die beiden kamen dann nach ca. 2 Stunden wieder zurück und wir machten uns gemeinsam auf den Rückweg. Zwischenzeitlich war es Nachmittag und die Sonnen setzte uns ziemlich zu.




Es war fast geschafft und ein wenig sehen auch unsere drei geschafft aus. Auf dem Rückweg machte ich dann das obligatorische Gruppenfoto. Wieder durch Batad hindurch ging es zurück Richtung Straße, wo der Van schon auf uns wartete.

Als "Bonus" fuhren wir dann noch einen zweiten Viewpoint mit Blick auf ein im Tal liegendes, sehr ursprüngliches Dorf, an. Das wäre doch was zum Erlaufen für nächstes Mal! Alles in allem kann man sagen, es war zwar anstrengend, aber eine einmalig schöne Tour!

Wieder in unserer Anlage angekommen brauchten wir erst mal ein kräftiges Abendessen. Die Hotelchefin hat uns einen Menuevorschlag gemacht und das klang sehr gut. Die Gerichte wurden unten im Hauptgebäude zubereitet und uns dann von ihren Kindern nach oben getragen. Vor unserer Hütte befand sich ein Tisch und zwei Bänke. Bei der Aussicht schmeckte das Essen doppelt so gut! Nach dem Essen haben die Kinder uns ein kleines Lagerfeuer entfacht. So konnten wir den Abend ruhig ausklingen lassen. Wir sind dann relativ früh ins Bett gegangen.

Am darauf folgenden Morgen kam dann endlich der ersehnte Moment des Sonnenaufgangs und zauberte diese Farben in den Himmel. Das frühe Aufstehen um 05:30 Uhr hatte sich wieder einmal gelohnt! Nach dem Frühstück machten wir uns auf Entdeckungstour nach Banaue, denn bisher hatten wir nicht viel vom Ort gesehen. An der Rezeption bestellten wir uns ein Trycicle aus dem Ort, liefen ihn aber ein Stück entgegen.



Nicht weit von unserer Anlage entfernt standen ein paar einzelne Häuser. Und typisch für die Philippinen gab es vor den Häusern Hähne zu sehen, die entweder in einem Korb, oder auf einer Stange gehalten werden. Man sollte immer einen gewissen Respektabstand zu ihnen einhalten. Diese Hähne werden ausschließlich für den Hahnenkampf gezüchtet. Das ist hier die Wochenendveranstaltung für die Männer. Dort gehen ungeahnte Wettsummen über den Tisch. In vielen Ländern ist der Hahnenkampf verboten. Hier wird er zumindest geduldet.

Banau ist nicht sonderlich groß, eher ein kleines Dorf. Aber sehr traditionell. Hier lebt die Volksgruppe der Ifugaorer. Dieses Bergvolk ist sehr stolz auf seine Tradition und Herkunft. Das spiegelt sich in der Kleidung, den Bräuchen und dem speziellen Dialekt wider.
Einen richtigen zentralen Marktplatz hat Banaue eigentlich nicht. Dafür ist der Ort zu klein. Die Bauern aus der Umgebung bieten Ihr Gemüse und Obst einfach dort an, wo sie Platz dafür finden. In diesem Fall unter einer schattenspendenden Treppe. Das Gemüse und das Obst sind natürlich gezogen und es wird gern gekauft. Das gleiche gilt für den Reis, der in dieser Gegend angebaut wird. Obwohl er das doppelte kostet, wird diese Qualität sehr geschätzt und ist schnell ausverkauft.


Auch in dieser Gegend ist der Jeepney das am häufigsten verwendete Verkehrsmittel. Mit ihnen wird alles auch in die entlegensten Dörfer transportiert, Passagiere wie Fracht. Wenn der Jeepney innen bereits voll ist, fahren, meist junge Menschen, eben oben auf dem Dach mit. Es ist halt die einzige Möglichkeit preiswert in den nächsten Ort zu kommen. Oft halten die  Jeepneys auf Wunsch und Kommando hin auch an beliebigen Haltepunkten auf der Strecke.


Die Jugend hat in diesen kleinen Orten in  den Bergen nicht viel Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Zu Hause gibt es oft keinen PC oder Internetanschluss. Darum sind die Internetläden natürlich sehr gefragt.

Damit endet dann auch mein kurzer Reiseblog über die Reisterrassen bei Banaue und Batad. Die Rückfahrt mit dem Bus, zum Glück dieses Mal kein Nachtbus, sollte noch spannend werden. Da wir schon um 10 Uhr in unserer Anlage auschecken musste, haben wir den Tag bis zur Busabfahrt in Banaue verbracht. Zum Glück fanden wir ein kleines Restaurant mit WLAN zum Überbrücken der Zeit. Hier lernten wir zwei Backpackerinnen aus Österreich kennen, die auch auf den Bus warteten. Sie planten, von Manila nach Nepal weiter zu reisen. Aber dann überschlugen sich die Ereignisse innerhalb von 2 Stunden. In den Internetnachrichten gaben sie durch, dass Manila aufgrund der Corona-Vorkommnisse gesperrt wurde. Somit wären wir auf der Rückfahrt zwar nach Manila rein gekommen, aber nicht mit dem anderen Bus wieder heraus. Und wir mussten ja weiter nach Olongapo. Aus diesem Grund haben wir während eines kurzen Toilettenstopps kurzer Hand den Bus gewechselt, um Manila zu umgehen. Das ging gerade noch gut, denn es war Freitag und es waren viele Leute unterwegs. Obwohl es auch noch Freitag der 13. war, ging alles gut und wir erreichten unser Zuhause sicher und sogar noch früher als geplant. 
Fazit: Eine wirklich tolle Reise! Alles passte: Die Landschaft, die nette Unterkunft und Bewirtung in der Anlage und die wirklich einmalig schönen Reisterrassen. Ich glaube, das werden wir noch mal machen!